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Pädagogische Grundlagen

Pädagogische Grundlagen

 

1. Unser pädagogischer Ansatz

 

Eingebettet in Streuobstwiesen, Felder und Wald liegt der Waldkindergarten "Wogau".

Diese kleine Idylle ist unser pädagogischer Ansatz. Wir möchten mit den Kindern die Natur spielerisch entdecken und erleben und gehen deshalb fast täglich mit den Kindern in die Natur und in den Wald.

Der waldpädagogische Ansatz bietet uns einfache, alltägliche aber faszinierende Möglichkeiten, der Natur zu begegnen und die Jahreszeiten mit allen Sinnen wahrzunehmen.

 

 

Neben der Umweltbildung vereint der waldpädagogische Ansatz noch viele weitere Bereiche zur nachhaltigen Entwicklung des Kindes, wie z.B. die Bereiche Bewegung, Soziales Lernen, Sprachliche Förderung, Kreatives Gestalten sowie die Wahrnehmung.

 

 

 

Durch den täglichen Aufenthalt im Freien und im Wald werden die Kinder widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und die Gesundheit wird gestärkt. Durch die natürliche Bewegung draußen (zum Beispiel Laufen oder Rennen über den unebenen Wiesen- oder Waldboden, Klettern über Baumstämme, Springen, Balancieren) und weil der Aufforderungscharakter des Waldes wie von selbst auf die Kinder wirkt, wird "ganz nebenbei" die körperliche Fitness gestärkt, die Koordination geschult und die Kinder können ihre Grenzen austesten (z.B. getraue ich mir über diesen Stamm zu springen?). Durch die verschiedensten Tätigkeiten draußen kommen die Kinder ganz von selbst in Bewegung und Aktivität.

 

Im Wald haben die Kinder die Möglichkeit, sich ohne räumliche Enge und vorgefertigtes Spielzeug frei zu entfalten und ihren kindlichen Ideen, Wünschen und Themen phantasievoll nachzugehen. Deshalb geben wir den Kindern viel Raum für freies Spiel. Das Kind kann ganz "Kindsein" und aus seiner Motivation heraus handeln und sich so ganz eigene Erfahrungen verschaffen.

 

 

Eine große Besonderheit, welche uns der Wald und die Natur schenkt, ist das Erleben und Genießen von Stille.

Im Alltag der Kinder sowie beim Aufenthalt in geschlossenen Räumen fehlen Kindern häufig Ruhe und Stille, die in der Natur erfahren und wertgeschätzt werden können. Wir geben den Kindern Raum, auf die "Stille" zu lauschen und sensibel für leise Geräusche in der Natur zu werden - für das Blätterrauschen, den hämmernden Specht, das Knacken eines Astes. Der stark reduzierte Lärmpegel sorgt für Entspannung und Ausgeglichenheit bei den Kindern.

Auch bietet der Wald ganz von allein Plätze zum "Durchatmen" und Innehalten.

 

 

In unserem Kindergarten bestimmt außerdem der situative und lebensbezogene Ansatz unsere pädagogische Arbeitsgrundlage. Bei diesem Bildungskonzept steht das natürliche Leben und Lernen der Kinder - in partnerschaftlicher Gemeinschaft mit den Erziehern, im Vordergrund. Besonders wichtig ist uns, das Kind die Welt um sich herum ERLEBEN zu lassen und das Kind aktiv einzubeziehen (z.B. mit den Kindern Äpfel auflesen und daraus selbst Apfelsaft oder Apfelmus herstellen; mit den Kindern auf Vogelstimmen im Wald lauschen, Tiere in der Natur entdecken und nicht nur auf Fotos betrachten, Pflanzen wachsen und welken sehen ect.). Gerade im Wald können viele Zusammenhänge hergestellt und sinnlich erfahren werden. Jeden Tag gibt es neue Dinge zu beobachten, und es können neue Eindrücke gesammelt werden -

Natürliche Geräusche, Gerüche, Geschmack, etwas in echt ansehen oder erfühlen - all dies wird bei den Kindern nachhaltig in Erinnerung bleiben.

 

 

 

Auch zum genauen Beobachten, Experimentieren, Musik machen (z.B. mit Stöcken) oder etwas Aufbauen - der Wald bietet Raum dafür.

Traditionell feiern wir verschiedene Feste im Kindergarten und lassen die Geburtstage der Kinder zu einem besonderen "Feier-Tag" werden.

 

 

2. Offene Arbeit

In unserer Tätigkeit mit den Kindern stehen die Selbstbildungsprozesse der Kinder und nicht die vermittlungsorientierte Arbeitsweise im Vordergrund.

Als Fachkräfte mit einer offenen Haltung und offenen Augen, gehen wir auf die Bedürfnisse der Kinder ein und greifen die Themen und Interessen der Kinder auf. Im Natur- und Waldkindergarten haben die Kinder das große Glück, dass die Türen nach draußen immer offen sind und das sie täglich neue Impulse in der Natur bekommen und wahrnehmen können - vielleicht kriecht heute ein Regenwurm aus der Erde, und morgen bahnt sich eine Schnecke einen Weg im Sichtfeld der Kinder oder die Wolken formen sich zu interessanten Gebilden.

Die Kinder nutzen das Terrain des Waldes und ihre Spielumgebung im Kindergartengelände sowie im Gebäude nach ihren Bedürfnissen und bestimmen zum Beispiel mit, welche Bildungsgelegenheiten sie wahrnehmen möchten.

 

Zudem ist es jederzeit möglich, dass Kinder aus den verschiedenen Bereichen des Kleinkindbereichs und "Ü3 - Bereichs" gemeinsam einen Waldtag verbringen.

Das wichtigste Ziel pädagogischen Handelns in der offenen Arbeit ist die Selbstbestimmung bezüglich der Bildung jedes Kindes, welche sich besonders nachhaltig gestaltet, wenn sie "von innen heraus" geschieht. Durch feinfühlige Beobachtung der Kinder können ihre Interessen und Wünsche eruiert und davon ausgehend Bildungsanlässe geschaffen sowie Neugier erzeugt werden.

 

3. Der eigenständige Bildungsauftrag

 

Der Bildungsauftrag des Kindergartens ist im Bildungsplan des Landes Thüringen festgeschrieben.

Bildung bedeutet die tätige Auseinandersetzung des Individuums mit seiner Umwelt.

 

 

Für Kinder ist der gesamte Tagesablauf mit all seinen Lebensbereichen Bildung - vom Händewaschen über den Umgang mit Besteck, über den Streit mit Freunden bis hin zum Tanzen und Singen. Sie lernen ganzheitlich durch Selbstbildungsprozesse und das vor allem im freien Spiel, in dem sie Alltagserfahrungen nachahmen und soziale Gemeinschaft erleben. Unser Anliegen ist es, die Kinder in ihren Selbstbildungsprozessen zu unterstützen und zu begleiten sowie die Stärken der Kinder auszubauen, um deren ganzheitliche Persönlichkeit zu stärken.